Personen-Lexikon

Lexikon der Referenten der „Leitfossilien“-Reihe und weiterer Wissenschaftler

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PD Dr. habil. Sonja Brentjes

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Sonja Brentjes ist eine Wissenschaftshistorikerin, die vor allem über islamische Gesellschaften, aber auch über Themen europäischer intellektueller Aktivitäten forscht. Sie hat über arabische Übersetzungen des einflussreichsten Mathematiklehrbuches aller Zeiten, den Elementen Euklids, arabische und persische mathematische Texte, Reiseberichte italienischer, englischer, schottischer und französischer Besucher des Osmanischen Reiches und des Iran im 17. Jahrhundert, mittelalterliche und frühneuzeitliche See- und Landkarten, Kunst und Wissenschaft sowie wissenschaftliche Institutionen geforscht. Ihre akademischen Wege haben sie aus der DDR in viele Länder Europas und des Nahen Ostens, die USA, Pakistan, Indien und Japan geführt. Bis Ende 2019 hat sie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) in Berlin gearbeitet.

Curriculum Vitae

1969 – 1973 Studium mit Abschluss Diplom-Mathematikerin, Technische Universität Dresden
1976 – 1980 Unbefristete Assistenzprofessorin, Karl-Sudhoff-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig
1977 Promotion zum Dr. rer. nat. in Geschichte der Mathematik, Technische Universität Dresden (Dissertation: Untersuchungen zur Geschichte der linearen Optimierung (LO) von ihren Anfängen bis zur Konstituierung als selbständige mathematische Theorie: eine Studie zum Problem der Entstehung mathematischer Disziplinen im 20. Jahrhundert; bei Prof. Hans Wußing, Karl Sudhoff Institut der Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften, Karl-Marx-Universität Leipzig, 1973–1976; Verteidigung an der Sektion Mathematik, Technische Universität Dresden, 1977)
1978 – 1982 Diplom in Nahost-Studien, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
1980 – 1997 Assistenzprofessorin am Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Karl-Marx-Universität Leipzig
1989 Promotion zum Dr. sc. nat., Karl-Marx-Universität Leipzig
1991 Habilitation in Wissenschaftsgeschichte, Universität Leipzig (Habilitationsschrift: Das zahlentheoretische Werk ‘Kitāb i‛dād al-isrār fī asrār al-a‛dād” von Ibn Fallūs (1194–1252/53) und sein Platzen der Tradieren der “Introduktion Arithmetica” des Nikomachos von Gerasa (um 100). Eine Studie zur Wirkungsgeschichte der Nikomachos-Tradition in der Zahlentheorie im islamischen Mittelalter. Karl-Marx-Universität, Leipzig, 1989)
1996 – 1999 Wissenschaftlerin am Department II, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG), Berlin
1999 – 2002 Wissenschaftlerin am Institut für Wissenschaftsgeschichte, Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main
2002 – 2003 Rockefeller Fellow am Department of the History of Science, University of Oklahoma, Norman, OK/USA
2004 – 2007 Associate Professor, Institute for the Study of Muslim Cultures, Aga Khan University International, London, UK/Pakistan
2007 Wissenschaftlerin am Institut für Wissenschaftsgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München
2008 – 2012 Wissenschaftlerin am Departamento de la Filsofía y Lógica y Filosofía de Ciencia, Universidad de Sevilla/Spanien
2012 – 2019 Wissenschaftlerin am Department I, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG), Berlin

Vorträge bei uns

18.11.2020 19:00 – 20:30 Die Alte Welt im Kartenbild: kulturelle Vielfalt in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Karten Europas und des Nahen Ostens Arabische Wurzeln der europäischen Wissenschaft